CAMOUFLAGE

Das Ideal der unberührten Natur als Sehnsuchtsort für Weite, Freiheit und Echtheit steht im Widerspruch zu dem Wunsch des Menschen Teil davon zu werden. Gerade als Fotograf kennt man die Faszination des Ursprünglichen, Unberührten, Wilden. Man will Pionier sein und Entdecker. Will noch nie Gesehenes festhalten, ist auf der Suche nach dem Einmaligen, das immer seltener und schwerer zu finden ist.

Er begibt sich auf Reisen, taucht ein in die Umgebung und zerstört bei aller Sorgfalt immer etwas von dem, was ihm so wesentlich erscheint. Er berührt die Unberührtheit, beeinflusst das System in dem er sich als Beobachter glaubt.

Der Fotograf verhält sich paradox und weiß es auch.

In meiner Arbeit CAMOUFLAGE habe ich versucht diesen Widerspruch zu verbildlichen: Egal wie ich mich anstrenge, ich bin kein Teil der Natur und werde es nie mehr sein. Mit den Bildern stelle ich demütig die Frage: Gehöre ich dahin? Darf ich hier sein?

CAMOUFLAGE